Federvieh

Der Rebenhahn

Am Wegrand balzt ein Rebenhahn

und kein Rebhuhn schaut ihn an.

Die Damen bleiben völlig cool.

Denn sie wissen: Er ist schwul!

 

Der Emu

Es kackt der Emu wie die Taube

doch fliegt er nicht aus einer Laube.

Er kann – ich glaub sogar er muss –

gehen immer nur zu Fuß.

 

Dem Pfarrer sein Salat

Mir senen kleyne Veygelakh

un sitsn hoich am Kirchendach.

Fressn dem Pfarrer sein Salat,

was der nicht grade gerne hat.

 

Ein bleigewürztes Stoßgebet

schickt er aus dem Gemüsebeet.

Doch im Gegensatz zu Katzen

tut uns das nicht kratzn.

 

Südamerikanische Gegenoffensive

Der Kondor schnappt das Jägerlein,

wirft’s in den Amazonas rein.

Da freu’n sich die Piranjas:

"So a Futter, ja das kann was!“

 

Staatsadler

Der Adler gleitet majestetisch

über Wiesen und das Feld.

Dem König diente er als Fetisch

und kostet obendrein viel Geld.

 

Katers Niederlage

Der Adler schwingt sein Federkleid
und segelt damit ziemlich weit.
Über Täler, über Berge
fliegt er. Wir seh'n aus wie Zwerge.
Plötzlich stößt er wild hernieder.
Lässt ein bisschen was von dem Gefieder
in der Luft zurück und schreit.
Um sein Opfer tut's mir lied.
Wild fauchend weicht der Kater aus.

Der Adler holt sich "seine" Maus.

 

Feuchtvogel

Es zwitschern die Vögel ohn‘ Unterlass.

Fliegen sie im Regen, dann werden sie naß.

 

Flugshow

Es fliegt der Geier an von Osten,

als tät ihn das ka Mühe kosten.

Der Adler segelt her vom Norden.

Möcht er gar ein Zicklein morden?

Von Westen her kommt schlechtes Wetter.

Na gut, sagt Adler, jag ich später.

Um acht kommt er dann an von Süd.

Sein Flügelschlag der war schon müd.

 

S'Tauberl (07/2018)

Das Tauberl schickt den letzten Gruß
direkt aus dem Taubenschuß.

Tot es aus dem Baume fiel;
getroffen von dem fiesen Projektil.
In einem letzten Abwehrakt,
das Tauberl auf den Schützen kackt.

 


Fischzeug

Elektrofisch

Das Fischlein schwimmt im Wechselstrom.

Jetzt ist’s gegrillt; das hat’s davon.

 

Karpfen

Ist der Karpfen frisch gekilled

wird zuhaus er gleich gegrilled

 

Der alte Saibling

Ein alter Saibling schwimmt verdrossen

im Attersee mit müden Flossen,

als ihn ein Würmlein fröhlich neckt,

in dem ein Angelhaken steckt.

 Der Angler wartet voller List,

dass der Fisch das Würmlein frist.

 Doch der Saibling war recht schlau.

Er schwänzelt hin zu seiner Frau.

Gemeinsam mit verschmitzten Kiemen

montier’n sie an den Haken einen alten Riemen.

 Das Würmlein nebst war hoch erfreut,

denn es ward zugleich befreit.

 

Die (schnelle) Forelle

Die Forelle schwamm in ihrem Bach

und schaut dem traur’gen Fischer nach,

der vergeblich hofft auf einen Fang,

der schon lang ihm nicht gelang.

 Landen sollt’ sie auf dem Teller,

doch die Forelle war stets schneller.

 

Forelle gestyled

In einem Bächlein helle da schwamm mit froher Eil

die schneidige Forelle; ihr Outfit, das war style.

 Ein Mascherl um die Kiemen, ein Regenbogenshirt;

die Rolex an der Flosse war auch bestimmt was wert.

 Doch liegt sie erst im Kühlschrank vom Angelsportverein,

wird ein flacher Teller ihre Bestimmung sein.

 

Noch eine Forelle

Es schwamm die Forelle im rauschenden Bach.

Hans-Dieter sprang im Rausche ihr nach.

An dieser Stelle war das Wasser sehr flach.

Das bemerkte Hans-Dieter als ein Wirbel ihm brach.

Ach ...

 

A Haifisch

A Haifisch schwimmt im Meer und fletscht die Zähne.
Es gibt schon an Grund warum ich das erwähne.
Genau wie ich denkt stets er nur ans Fressen.
Ansonsten kannst den Haifisch eh vergessen.

Na gut, er kann die Luft sehr lange halten.
Das wär auch a schöner Zug von meiner Alten.
Doch die redet stundenlang, ist nicht gelogen.
Selbst der Haifisch schwimmt davon in großem Bogen.

Dem Haifisch steht der Sinn zumeist nach Jagen.
Doch ist gefüllt einmal sein ziemlich großer Magen.
Kann schon sein, dass er aus reinem Übermut.
Im kalten Wasser einen Salto schlagen tut.

Gemütlich schwimmen, wie ein Wal, das lehnt der Haifisch ab.
Seine Lebenszeit erscheint ihm dafür viel zu knapp.
Am liebsten frisst er sich von Fisch zu Fisch
Und hält sich durch Bewegung jung und frisch.

 

Exotisches

Die letzte Dattel

An einem alten Dattelbam

hängt eine letzte Dattel dran.

 Das Kamel, das blade,

grunzt gaunz traurig: "Schade!"

und kratzt sich an der Wade.

 

Cooles Kroko

Die Krokodilin und ihr Kroker

sind die meiste Zeit recht locker.

Nicht einmal beim Mittagessen

lassen sich die beiden stressen.

 

Die Schlange

Die Schlange würgt an deinem Hals.

Nachgeben will sie keinesfalls.

 

Ein Elefant

Ein Elefant

aus Swaziland

kam angerannt.

 Hängt seinen Rüssel in die Pfütze,

als ob das bei der Hitz‘ was nützte.

 

Ein Elefant trabt unerkannt (03/2018)

Ein Elefant trabt unerkannt
durch das ganze Swaziland;
hätt' gern Salat aus einer Schüssel
aufgenommen mit dem Rüssel.

 

 

Ein Nashorn

Ein Nashorn piekst dich in den Po;

nur mal eben so

 

Im Urwald geht’s zu

 Wenn Charly durch den Urwald hetzt,

ist sein Fell bald abgewetzt.

Die bloße Haut – pfeifen die Spatzn –

Schaut so aus als wär's a Glatzn.

 Wenn Charly durch den Urwald hetzt

und sich an der Hand verletzt,

folgt der Blutspur eine Krähe

und bleibt beständig in der Nähe.

 Wenn Charly durch den Urwald schleicht,

er plötzlich bis ins Mark erbleicht. –

Einer Schlange schaut er in den Rachen!

Da kannst du für ihn nichts mehr machen.

 

Dromedar (01/2018)

Es war einmal ein kleines Dromedar
mit arogantem Blick und blondem Haar.
Es dromedarte fröhlich durch Tirol
und fand die Landschaft ausgesprochen toll.
Es hat dabei für sich begriffen,
dass das schöner ist als ödes Wüstenschiffen.

 

Was sonst noch kreucht und fleucht

Fensterplatz

Geht's um den schönsten Fensterplatz

wird zum Raubtier deine Katz.

 

My Kater felix

Inside of my Kater Felix

there is a little Doppelhelix.

 

Katzentango

Mein Kater schaut mich an als würd‘ er leiden.

Ihn erneut zu füttern, muss ich dann vermeiden.

Stattdessen biet‘ ich an mit ihm zu schmeicheln;

weil das hat er gern, wenn ihn die Leute streicheln.

 Er schnurrt dann laut und er scheint ziemlich glücklich.

Doch hört man auf, so schaut er augenblicklich

wie zuvor, wie ich es hab beschrieben.

Verdammt, knurrt er, ihr müsst mich einfach lieben.

 

Der Kuhdungfleck

"Muh", so sprach die Kuh und schiss,

wie das bei Küh’n so üblich is’.

 Kuhdungfleck an Kuhdungfleck reiht sich auf der Alm.

Wachsen Kräuterblumen draus, tät’ uns das gefallen.

 

Die Fliege

Der Fliege Leben währt nur kurz

fliegt summend sie durch einen Furz.

Das Schwefelige am Gestank

trübt ihr die Freude am Gesang.

 Hecktisch fliegt si zack und zick.

Sie denkt: „Oh Gott, wenn ich erstick,

mein Ende ist mir bald gewiss!“

Was bleibt ist nur ein Fliegenschiss.

 

Ka Gösen

Kein schöner Land in dieser Zeit

als wo ka Gösen weit und breit.

 

Die Motte

Die Lampe leuchtet lichterloh.

Das macht jede Motte froh.

Verfolgt von Zeitungsprügeln

schlägt wild sie mit den Flügeln.

 

Die Kröte

Betreten schaut die Kröte flach

dem allzu forschen Läufer nach.

 

Was recht ist

Es trabt am Weg entlang ein Pferd.

Wär’s ein Fisch, dann wär’s verkehrt.

 

Weinberg

Am Weinberg wird ka Mensch erschreckn,

siacht a duat a Weinbergschneckn.

Aundas is am Putting Green;

Duat g’heat bestimmt ka Schneckn hin.

 

Praxis

Ob schiache Krot

ob siaße Quacksis

De Woaheit zagt si in da Praxis.

 

Eichhorn

Im Wurzelwerk das Eichhorn fiept,

weil niemand mehr ihm Nüsse gibt.

 

Bester Freund (01/2018)

Konversation auf fast literarischem Niveau.

Die handelnden Charaktere:

- Strolchi, eine zugelaufene, schelmische Pudeldame

- Herrl, nach Wien zuagrasta, mürrischer Tiroler

Strolchi:

Wenn ich auf deine Dack'n kack,
ist das für mich nur Schabernack.

Herrl ("stink"sauer):

Dann kaunscht dir glei dos nexte Sackerl
sölbscht hol'n fia dei stingats Gackerl.

Strolchi:

Wau, das find' ich gar nicht nett.
Als wenn ich nix zum tuen hätt'.

Herrl:

Liegscht eh nur rum, du fauler Lack'l
wira z'raftes Lumpenpackl.
Strolchi (tränennassen Augs):
Do hätt' ich lieber weiter g'streunt.
So was nennt sich "bester Freund".

 

Bänker mit vier Pfoten (03/2018)

Traurig sitzt der Kater träge
auf dem warmen Motor meiner Säge,
schaut in den regennassen Morgen
als hätt' er keine großen Sorgen.
Hat er auch nicht; nur die ganz kleinen
mit nacktem Schwänzchen und vier kurzen Beinen.
Wie ein Bänker kommt mir vor der Kater.
Denkt an die Mäuse nur, die gerne hat er.

 

Malör zua Weihnocht (12/2018)

Es Rentier übt im Tram es Fliag'n.
Boid scho wird's a Fuada kriag'n.

De Leit dran auf es Fernsehkastl.
Da Papa trogt a rote Haum mit Quastl.

 

Fua da Tia ligt Schnee. Es schneit.

De Packln san scho längst bereit.
Da Weihnochtsmau poliert die Schuach.
Nirganz wo a lauta Fluach.

Oh Taunanbam, Oh Taunanbam
klingt's ned nua bei uns daham.
Noch'n Singan olle posch'n.

Do ligt es Rentier auf da Gosch'n.

 

 

Am Friedhof (10/2019)

Das Eichhorn fiept beim Nüsseknacken.
Das Baucherl zwickt, dann muss es kacken.
War wohl ein Nüsslein schon verdorben?
Zum Glück ist's Eichhorn nicht dran g'storben.
Erst, als es über's Gass'l zischt,
hat's ein LKW erwischt.
Kein schöner Anblick vor dem Herrn.
Wird wohl ein Friedhofseichhorn wer'n.