Fliag mit mir zum Mond

Fliag mit mir zum Mond.

Schau ma noch ob duatn wer wohnt.

Obs duat obn an Wirtn gibt,

damit sich die Reise lohnt.

 

A Tisch fia zwa, wia gaunz ala(n).

A Tisch fia zwa, Handal hoitn.

 

Hearst woa des ned a Stern?

Du – i glaub – i hob di gern!

Ob des wos auf Daua is,

des mias ma erst no klärn.

 

Kum glaub fest draun, daun wird’s werdn!

Kum glaub fest draun, daun leicht a unsa Stern!

(zu "Fly me to the moon", Bart Howard)

 

Des is genau wos i da sog

I steh auf in da frua.

Kum ned glei eine in tog.

Ohne fruastuck geht goanix.

Des is genau wos i da sog.

 

So uma zehn bin i woch.

Mechat gern duan wos i mog.

Waunst mi jetzt aufeust get goanix

Des is genau wos i da sog.

 

Ma wird ständig nur g'hetzt;

jede Freizeit wird besetzt.

Söba denk‘n wird bestroft.

Am bestn warats, waunst goanimma schlofst.

 

So wirst deppat mei Freind.

Brennst di aus jeden Tog.

Host boid ka Freid mehr aun goanix.

Des is genau wos i da sog.

(zu "Don't get around much anymore", Duke Ellington)

 

Josef, Josef (09/2017)

Ach Josef, Josef, bitte mach' dein mind up.

Ach Josef, bitte, geh' aus meinem Bett.

Ach Josef, Josef, mir wird schon die Zeit knapp.

Mein Gatte findet so etwas nicht nett.

 

Ach Josef, Josef, ich bitte um Beeilung

und vergiss nicht auf dein Unterhemd!

Mein Leben ist so schwer. Bei mir gibt's viel Verkehr.

Ach Josef, Josef, sei nicht so gehemmt.

(jiddischer Swing aus den 30er-Jahren "Josl, Josl")

 

Ois fun mia (01/2019)

Ois fun mia.
Ois kaunst haum.
Ois fun mia.
Wos i wü fun dia:
Los mi in Fried'n leb'n.
Du gehst maram Nerv;
ned erst seit Woch'n!
Und außerdem:
I kaun bessa koch'n!

 

I bin stia.
Des liegt ned nur aun mia.
Weu so fü Schuach
braucht nedamoi a Prinzessin.
Ois wos'd kaufst is teia,
den Rest frisst ma de Steia.
Jo, ois kaunst haum.

Ois fun mia.

 

... Soli ...

 

I bin stia.
Des liegt ned nur aun mia.
Weu so fü Gwaund
braucht nedamoi a Prinzessin.
Ois wos'd kaufst is teia.
Sche laungsaum bist ma ned geheia.
Jo, ois kaunst haum.

Ois fun mia.

Trotzdem leb i no mit dia!

(zu "All of me", 1931)

 

Heast sog, bistas du? (03/2019)

Heast sog, bistas du?

Heast sog, bistas du,

die Zeit hod fia mi

und ned nua fia di?

Kumm, sog wos dazu!

Kummt Fartrau'n ned im Nu

g'heart Mut a dazu.

Später ist es zu spät.

Des warat jetzt bled.

Des Wirtshaus is zu.

 

Sog, wo ge ma hin?

Wo sitzt sunst kana drin?

Herat uns ana zua,

daun hed ma ka Rua.

Daun hedats kan Sinn.

Zu zweit wird‘s a Taunz.

Mir sitz'n zaum bis spät in da Nocht.

Haum gemeinsam sinniert. Am Schluss hauma g'locht.

Jetzt was i, des bist du.

Na kloa bistas du!

Du bistas, du!

(zu "It had to be you", Isham Jones, 1924)

 

I bin im Häf'n (05/2019)

Häf'n, i bin im Häf'n.

Meine Gschaft'ln woan ned ole ohne Reiz.

Waun i außa kum, foa i gach in die Schweiz.

Hoi mei Gerscht'l o, des woat auf mich bereits.

 

Im Häf'n, drin im Häf'n,

merkst as ned waun's drauß‘n regn't oda schneit.

In an Joa do geh i ham, weu daun is's Zeit.

I muass außa do, muass wieda unta d' Leit.

 

Hin und wieda einen Einbruch, eine Trickbetrügerei.

Egal wos i ma aussuach, a Linke is dabei.

A Bauprojekt mit Mehrwert, a Stiftung samt Verein.

Olas rechtsstaatlich gaunz sauba, trotzdem muas hamlich blei'm.

 

A Kreditbetrug im großen Stil wa fein;

a Million miast sein, nua fia mich allein.

 

Erster Schluss: Daun geh' i in Häf'n, kriag graue Schläf'n.

Da Komfort im Bau is längst scho' bessa heit.

Duat hob i Kontakt zu a poa bess're Leit.

Fir a Kickback-Gschaftl hob ich imma Zeit.

 

Zweiter Schluss: Daun geh' i in Häf'n, kriag graue Schläf'n.

Da Komfort im Bau is längst scho' bessa heit.

Duat hob i Kontakt zu a poa bess're Leit.

 

Coda: Doch di san ned wirkli' bessa;

da Herr Minista, Herr Professa,

und ärma werd'n olle aundan Leit.

(zu "Cheek to Cheek", Irwing Berlin, 1935)

 

 

Tag und Nacht (08/2019)

Tag und Nacht. Ich fühl' mich so toll.

Die Villa ist neu, doch die Konten sind voll.

Ein dickes Auto parkt vor der Tür.

Die meiste Zeit bin ich nicht hier.

Ich leb' auf meiner Jacht.

Tag und Nacht.

 

Tag und Nacht. Leben ohne Verzicht.

Nur mit reiner Hände Arbeit? So geht das nicht.

Die Erbschaft sei üppig und schwer.

Eine Steueroase draußen am Meer;
nützt dabei sehr.

Tag und Nacht.

 

Nacht und Tag. Wenn ich meine Berater frag,

empfiehlt man das Finanzamt zu meiden,
während ich mir die Zeit vertreib'.

Formal mach' ich niemals Gewinn,

trotzdem ist immer etwas im Börs'l drin;
zu jeder Stund'.

Tag und Nacht!

(zu "Day And Night", Cole Porter, 1932)